Methodenliste
INHALT:
Grabbelsack
Der Grabbelsack ist ein beliebtes Spiel bei Präventionsveranstaltungen in Schulen, kann abgewandelt auch bei Aktionen am Stand und Auffrischungsveranstaltungen mit älteren Zielgruppen angewandt werden. Jeder Teilnehmer greift in den undurchsichtigen Grabbelsack und nimmt einen Gegenstand heraus, den er nach Möglichkeit in seiner Funktion beschreibt und anschließend zuordnet. Für die Zuordnung sind folgende Einteilungen üblich:
- Verhütungsmittel: ja/ nein
- Wenn Verhütungsmittel: natürlich/ chemisch/ mechanisch
- Schützt der Gegenstand vor einer HIV Übertragung?
Bei der Durchführung am Stand bietet es sich an, die richtige Beschreibung und Zuordnung mit einem give-away zu honorieren.
Kurzgefasst:
- Dauer: variabel, pro Gegenstand max. 1,5 bis 2 Minuten; Gesamtdauer abhängig von Gruppengröße, Anzahl der Gegenstände im Grabbelsack und Nachfragen bei der Beschreibung und Zuordnung
- Personenbedarf: 1 bei Präventionsveranstaltung, 2 bei Durchführung am Stand (1 Spielleiter, 1 Standbetreuer)
- Material:
- 1 Stoffbeutel als Grabbelsack
- "Füllmaterial" für den Grabbelsack: Kondom, Pille, Spirale, Taschentücher, Thermometer, Pessar, Halsbonbons …
- vorbereitete Schilder für die Zuordnung
- give-aways bei Durchführung am Stand
Romy Eißner
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Ampelspiel
Inhalt des Ampelspiels ist es, die Übertragung von HIV bei verschiedenen Alltags- und Intimsituationen zu besprechen. Dazu werden an die Mitspieler Kärtchen ausgegeben, die eine bestimmte Situation darstellen, bspw. Begrüßung, Küssen, vaginaler Geschlechtsverkehr, schwimmen/ Sauna, Oralverkehr, analer Geschlechtsverkehr, … Der Spieler beschreibt die Situation und ordnet sie dann dem Übertragungsrisiko entsprechend einer dreifarbigen Skala zu. Wie bei einer Verkehrsampel ist die Skala
Rot: sehr hohes Übertragungsrisiko, STOP!
Gelb: mittleres Übertragungsrisiko, VORISCHT!
Grün: geringes/ kein Übertragungsrisiko, FREIE FAHRT!
Bei der Kärtchenverteilung sind einige Varianten möglich:
- Die Kärtchen werden wie bei einem Kartenspiel blind verteilt.
- Die Kärtchen liegen verdeckt und der Spieler zieht ein Kärtchen.
- Die Kärtchen liegen offen und der Mitspieler sucht sich eine Situation heraus.
- Die Kärtchen werden an einem Glücksrad angebracht und durch drehen entscheidet der Mitspieler, welche Situation er zuordnen soll.
- Angelehnt an das 1-2-oder-3 Spiel zeigt der Spielleiter ein Kärtchen mit spezifischer Situation und die Mitspieler müssen sich für eine Farbe entscheiden. Die Entscheidung kann durch das hochhalten eines bestimmten Farbkärtchens oder die Positionierung auf einem bestimmten Farbfeld geschehen. Bei größerer Teilnehmerzahl (bspw. Schulklassen, Jugendclubs) können Gruppen gebildet werden.
Wird das Ampelspiel am Stand durchgeführt, bietet sich ein rahmengemäßes give-away als Teilnahmemotivation an.
Kurzgefasst:
- Dauer: pro Situation ca. 2 Minuten, Gesamtdauer anhängig von Gruppengröße, Anzahl der Kärtchen im Spiel, Nachfragen/ Diskussion bei Beschreibung und Zuordnung
- Personenbedarf: 1 bei Präventionsveranstaltung, 2 bei Durchführung am Stand (1 Spielleiter, 1 Standbetreuer)
-
Material:
- Grundausstattung:
- Kärtchen mit Situationen
- 1 "Ampel" (Unterlage/ Blätter jeweils 1x rot, 1x gelb, 1x grün)
- je nach Spielvariante weitere Materialien bspw. Glücksrad, Behälter für Kärtchen, "Ampel" in verschiedenen Größen
- bei Durchführung am Stand give-aways
Romy Eißner
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Kondomführerschein
Der Kondomführerschein bescheinigt umfangreiches Wissen zu HIV/AIDS sowie den richtigen Gebrauch von Kondomen. Um einen Kondomführerschein zu bekommen, sind verschiedene multiple-choice Fragen zu verschiedenen Aspekten zu HIV/AIDS auf einem Fragebogen zu beantworten, bspw.:
Wie kann man HIV übertragen?
- durch Küssen
- durch ungeschützten Geschlechtsverkehr
- durch gemeinsames Benutzen von Geschirr
- durch das gemeinsame Nutzen von Spritzen (junkies)
- durch Händchenhalten
Anschließend wird der Fragebogen gemeinsam ausgewertet und falsch beantwortete Fragen erklärt. Im zweiten Teil der Kondomführerscheinprüfung ist der sichere Gebrauch eines Kondoms am Holzmodell zu prüfen. Dabei wird noch einmal explizit hingewiesen auf:
- unbeschädigte Verpackung (Luftposter)
- lichtundurchlässige Verpackung
- Haltbarkeit
- CE Zeichen
- richtiges aufreisen der Kondomverpackung
Nach erfolgreicher Absolvierung der beiden Teile, wird der Kondomführerschein in Form einer Urkunde mit Namen überreicht. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Hemmschwelle, einen Kondomführerschein zu machen, sinkt, wenn zusätzlich interessante give-aways verteilt werden.
Kurzgefasst:
- Dauer:
- max. 10 Minuten/ Führerschein
- Personenbedarf:
- mind. 2 besser 3, 1 für Fragebogen, 1 für Kondomnutzung, 1 für Standbetreuung
- Material:
- vorbereiteter Fragebogen mit mehreren multiple-choice Fragen
- Urkunden mit Namensfeld
- Stifte
- Holzmodelle
- Kondome
- Mülleimer/ Plastikbeutel für benutzte Kondome
- give-aways
Romy Eißner
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Postkarte
Eine weitere Idee war die Gestaltung einer Postkarte, um in der Öffentlichkeit auf uns aufmerksam zu machen und vielleicht auch neue Mitglieder zu gewinnen.
Die Ergebnisse unserer kreativen Ergüsse seht ihr hier rechts und links. Die Botschaft ist kurz und einfach:
Gesicht zeigen.
Jung. Aktiv. Gegen Aids.
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Tabuspiel
Dieses lustige altbewährte Gesellschaftsspiel lässt sich natürlich auch schön mit dem Thema HIV/AIDS vereinbaren. Dabei werden bestimmte Begriffe, wie z.B. Kondom erklärt, ohne dabei die Worte Gummi, Pariser, Sex, Schutz, Sperma zu benutzen. Diese Beschreibung erfolgt natürlich innerhalb einer begrenzten Zeit. Dieses Spiel bedarf einiger Vorbereitungen, da die benötigten Karten und die dazugehörigen Begriffe von euch selbst gestaltet werden müssen.
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Evaluationsbogen
Der vorliegende Evaluationsbogen dient der Auswertung durch welche Quellen die Jugendlichen ihr Wissen zu diesem brisanten Thema erworben haben. Dabei ist es möglich, den Bogen in einem großen Format auszudrucken, so dass sich die Teenager nur noch per Kreuz eintragen müssen und anonym bleiben können. Als Anregung hier das Schema eines von uns gestalteten Bogens:
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Woher/Von wem habe ich mein Wissen über HIV/AIDS: |
An wen würde ich mich wenden, wenn ich Fragen hätte: |
| Lehrer |
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| Eltern |
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| Freunde |
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| Fernsehen |
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| Zeitschriften |
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| AIDS-Hilfe |
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Vorschläge für die Durchführung von Infoaktionen
Madita Lambrecht, Aids-Hilfe Münster
Recht einfach durchzuführende Aktionen sind Infostände in der Innenstadt, Mensen oder anderen geeigneten Örtlichkeiten, bei denen durch Vergabe von Broschüren und durch kurze Gespräche über Aids informiert wird. Benötigt werden drei bis sechs Personen, die Dauer kann der persönlichen Zeit und Lust angepasst werden (wobei „lange Samstage“ natürlich gut geeignet sind).
Materialien
Es werden ein Tisch (am praktischsten für den Transport sind Tapeziertische), Stellwände (als Blickfänger, für Plakate), Informationsbroschüren (die Auswahl hängt vom jeweiligen Thema des Standes ab), und natürlich Kondome benötigt, außerdem noch ein Transportmittel (Auto)
+ Verkleidung
+ Fragebögen und Aufbewahrungsbox
Aufhänger/ Methoden
Um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und als Kontaktmöglichkeit zum Laufpublikum bietet es sich an, dem Stand ein bestimmtes Thema zu geben, im Sommer zum Beispiel „Urlaubsliebe“. Dafür können sich die Helfer dann verkleiden, um Neugier zu wecken. Bei diesem Beispiel geht das mit ganz einfachen Mitteln, nämlich typischer Urlaubskleidung, die jeder im Kleiderschrank oder der Mottenkiste hat, und Hawaiiketten.
Zu dem jeweiligen Thema kann man kurze Umfragen erstellen, die für die Beantwortung 2-3, auf jeden Fall aber nicht mehr als 5 Minuten in Anspruch nehmen sollten. Mögliche Fragen zur „Urlaubsliebe“ wären zum Beispiel nach der persönlichen Meinung des Befragten zu One-Night-Stands im Alltag und im Urlaub und nach der Wichtigkeit von Verhütung, insbesondere mit Kondomen.
Mittels dieser Umfragen kommt man gut mit dem Laufpublikum ins Gespräch, besonders wenn es etwas (Kondome) zu gewinnen gibt.
Außerdem kann man die Umfrage-Ergebnisse im Nachhinein an die Lokal-Presse schicken, was für größere Medienpräsenz sorgt.
Zielgruppe
Zur Zielgruppe gehören eigentlich das gesamte Laufpublikum, allerdings kann themenabhängig ein gezieltes Ansprechen von bestimmten Altersgruppen Sinn machen.
Mögliche Themen + passende Verkleidung (Beispiele)
-
„Kann denn Liebe Sünde sein?“ + schwarze Kleidung (Assoziation: Nonnen und Mönche) + Umfrage zu der Auswirkung der Sexualmoral der katholischen Kirche auf das persönliche Sexualverhalten
- „Verkehrspolizei“+ Polizeimützen
- „Urlaubsliebe“ + Hawaiihemden und –ketten
- „Poppstars“ + glitzernde Kleidung, cooles Outfit
Wo bekomme ich günstig aufwendigere Kostüme?
Bei vielen Themen lässt sich aus der Mottenkiste selbst und umsonst etwas zusammenstellen oder basteln, für aufwendigere Sachen kann man Kostümverleihe oder Theater ansprechen. In Münster hat sich ein Kostümverleih der guten Sache wegen die Polizeimützen umsonst verliehen, und auch im Theaterfundus darf die AH Münster stöbern gehen.
Was ist zu beachten?
Infostände in der Innenstadt müssen beim städtischen Ordnungsamt beantragt und genehmigt werden (in Münster reicht es aus, den Antrag 2 Wochen vorher zu stellen), auch in den Mensen wird eine Genehmigung vom Studentenwerk gebraucht. (in Münster wird diese von Campus Direkt erteilt).
Resonanz
Die Resonanz des Laufpublikums ist in Münster meistens sehr gut, sie schwankt aber von Thema zu Thema. Die Helfer haben meistens viel Spaß bei den Ständen, da sie sehr abwechslungs- und aufschlussreich sind.
Bei Fragen
Wenn ihr noch mal genauer fragen möchtet, wie das mit den Umfragen funktioniert oder einen Beispielbogen geschickt bekommen möchtet, könnt ihr euch an
Ralf Bolhaar
Hauptamtler der Aidshilfe Münster und Organisator der Infostände
wenden (Madita Lambrecht ist nicht mehr bei der Aidshilfe Münster):
Tel.: 0251/60960-12
Email: bolhaar@aidshilfe.org
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