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Ansätze zur HIV-Prävention
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Wir sind die
Multiplikatorengruppe
"Multis" der

Logo der AIDS Hilfe Leipzig e. V.

EU Projekt

INHALT:
Wie geht's ...


… jugendlichen Multiplikatoren in anderen AIDS-Hilfen? Gibt es in anderen Städten ähnliche Jugendgruppen ? Welche Projekte finden statt? Und wie arbeiten sie?

Viele Fragen, die wir, die "Multis" der AIDS-Hilfe Leipzig uns im vergangenen Jahr gestellt haben. Ein Blick über den Tellerrand sollte uns Antworten darauf geben. Persönlicher Erfahrungsaustausch und eine Vernetzung vorhandener Jugendgruppen könnten dabei helfen. . Treffen, Vernetzung - schöne Ideen , die Geld kosten. Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Von der Europäischen Union wurden Gelder für Projekte, wie das unsere, ausgeschrieben.

Nach vielen Stunden, in denen wie über dem Antrag gebrütet haben, und nach Tagen des Wartens kam die Zusage per Post, so dass wir im Frühjahr dieses Jahres mit der praktischen Umsetzung unserer Ideen beginnen konnten. Das Projekt "Peer Education - Erfahrungsaustausch und Vernetzung von Projekten in deutschen AIDS-Hilfen", von uns kurz "EU-Projekt" genannt, war geboren.

In der ersten Projekt-Etappe haben wir unsere Ideen per Email bei allen AIDS-Hilfen in Deutschland vorgestellt und darum gebeten, bei Interesse zurückzuschreiben. Insgesamt waren 8 AIDS-Hilfen interessiert. Diese 8 haben wir in den Sommermonaten besucht. Unsere Stationen waren Berlin, Freiburg, Hildesheim, Münster, Essen, Köln, Düsseldorf und Bonn. Immer zwei Mitstreiter der "Multis" haben sich aufgemacht, die AIDS-Hilfen kennen zulernen und mit unseren Fragen zu löchern. Uns interessierte die Anzahl der Infizierten und Betreuten in der jeweiligen AIDS-Hilfe, gibt es dort Jugendgruppen, welche Öffentlichkeits- und Fundrainsingprojekte existieren. Bei unseren Besuchen haben wir nicht nur Haupt- und Ehrenamtler kennen gelernt, sondern auch in den normalen AIDS-Hilfe-Alltag hineingeschnuppert. So hatten wir in Münster die Möglichkeit, am Regenbogenbrunch teilzunehmen, der jeden Mittwoch für Betroffene und deren Freunde stattfindet. Weiterhin bot sich im Landkreis Hildesheim die Gelegenheit, an einer Präventionsveranstaltung in einer Schulklasse teilzunehmen.

Der Besuch und der Erfahrungsaustausch mit den AIDS-Hilfen war sehr lehrreich für uns als "Multis", aber es war nur ein Teil unseres EU Projektes. Im zweiten Teil haben wir am ersten Oktoberwochenende 2005 einen Workshop in den Räumen der AIDS-Hilfe Leipzig ausgerichtet, zu dem wir Vertreter aller besuchten AIDS-Hilfen eingeladen haben. Am 30.September konnten wir sowohl haupt- als auch ehrenamtliche Mitarbeiter der AIDS-Hilfen aus Berlin, Münster, Essen und Düsseldorf begrüßen. Das traditionelle Herbstfest der Leipziger AIDS-Hilfe bot uns einen guten Einstieg in das Workshop-Wochenende und den Teilnehmern eine hervorragende Möglichkeit, unsere AIDS-Hilfe in Bestform kennen zulernen. Im Mittelpunkt des Samstags stand der Erfahrungsaustausch zu verschiedenen Peer-Education-Projekten sowie die Idee der Vernetzung mittels einer Internetseite, deren Gestaltung (Inhalt und Optik) diskutiert wurde. Während einer Stadtführung im Regen und bei einem deftigen Abendessen in der "Pleißenburg" wurde die Gelegenheit genutzt, sich auch persönlich näher kennen zulernen. Den Abschluss des Samstagabends bildete der Besuch im "Bimbo Town", verbunden mit einer kleinen Präventions-Nachtaktion . Diese fand ein durchweg positives Echo, sowohl bei den Veranstaltern als auch bei den Gästen im "Bimbo Town" - und ebenso bei unseren WorkshopTeilnehmern. Bevor das Wochenende am Sonntagmittag mit einem Mittagessen ausklang, brachte Sven Winter den Teilnehmern mit einem Vortrag die Arbeit der Leipziger "drug scouts" näher.

Bei der abschließenden Auswertung des Workshops gab es kaum Kritik. Die Idee solcher Workshops wurde von allen sehr gut angenommen und es wurde einstimmig beschlossen, diese Form der Vernetzung fortzuführen.

Was sind also die Perspektiven? Zum einen soll sich unsere Internetseite, die im Augenblick noch "under construction" ist als Plattform zur Jugendarbeit etablieren. Tipps und Anregungen, die Auseinandersetzung mit bestimmten Zielgruppen sowie die Vorstellung spezifischer Projekte der einzelnen AIDS-Hilfen werden hier zukünftig vorgestellt. Neben der Vernetzung über das Internet fand auch die Idee großen Zuspruch, den Workshop so zu etablieren, dass er jährlich im Rotationsprinzip stattfindet, das heißt: in jedem Jahr findet der Workshop in den Räumen einer der partizipierenden Jugendgruppen statt.

Und vielleicht heißt es schon im nächsten Herbst: "Wie jeht's?" auf dem Berliner Ku'damm.

Maria Faust und Romy Eißner

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Einleitung, Hintergrund des EU Projektes, Motivation und Zielstellung

Unser EU- Projekt war in verschiedene Fahrten unterteilt.

Bonn

Bei unserer Ankunft in der Bonner AIDS Hilfe trafen wir auf Heike Gronski, und Oli, dem zweiten hauptamtlichen Mitarbeiter. Besonders herausragend waren das Theaterprojekt von und mit Bonner Jugendlichen, sowie ein länderbezogenes ART- Glücksrad. Erstgenanntes Projekt ist für Schüler ab Klasse neun (circa zehn Leute) in Zusammenarbeit mit einem Theaterpädagogen erdacht worden; und wurde im Rahmen des Schulunterrichts (zwei Mal vier Schulstunden) durchgeführt. Es ist darauf hinzuweisen, dass dies ein sehr zeitaufwändiges Projekt war. Das Glücksrad, bestückt mit Feldern, welche verschiedene Länder auf der Welt repräsentieren, zeigte die nationale Medikamentensituation für die HIV- Patienten. Außerdem wurde ein Jugend- Welt- Aidstag zur „Halbzeit“ am 1. Juni durchgeführt.

Sylvana Zöllner und Maria Faust

Düsseldorf

Der Besuch in der AHD war geprägt von sehr fruchtbaren Gesprächen: Das populärste Projekt der AIDS Hilfe, die „Rave Angels“, waren in dieser Zeit unter Leitung von Claudia Corsten gerade in der Phase der Umstrukturierung. Ansatzpunkt war Präventionsarbeit im weitesten Sinne, die Zielgruppe bestand aus feiernden Jugendlichen und Twens in Clubs und Diskotheken. Außerdem wiesen uns die beiden Hauptamtler, darunter noch Helmut Kiolbassa, darauf hin, dass in Kooperation mit englischen Non- Governmental- Organizations ein sogenanntes „Pack of three“ entwickelt worden war. Innovativ war vor allem die Idee, Jugendliche zeitlich begrenzt in Projekte (z.B. Theatervorstellungen, Videos, Fotografie, Musik,...) einzubinden, und nach Ablauf der Zeit neue Pläne zu initiieren.

Sylvana Zöllner und Maria Faust

Essen

Die letzte Station unserer Reise war die Ruhrgebietsstadt Essen. Hier wurden wir von Markus Willeke empfangen. Die AH Essen besitz wie die AH Leipzig ein Café bzw. Treff für Jedermann. Es befindet sich im Erdgeschoss des mehrstöckigen Gebäudes und bildet so den Empfangsbereich der AH Essen. Durch Gespräche mit den Mitarbeitern bekamen wir einen tieferen Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche und Projekte der AH Essen.

Die Rückfahrt von Essen nach Leipzig haben wir genutzt, um die gewonnen Einsichten und Infos in den Dokumentationsbogen einzutragen und so unseren Mitstreitern in Leipzig als auch allen anderen Interessierten wohl dosiert zugänglich zu machen.

Resümierend können wir sagen, dass wir in allen 3 AH sehr offen und interessiert aufgenommen wurden und die Präventionsteams, denen der Hauptaugenmerk unseres Besuches galt, ihre Teilnahme an dem Oktober 2005 in Leipzig stattgefundenen Workshop zusicherten.

Marianne Bruchmann und Romy Eißner

Hildesheim

Aufgrund von Verspätungen durch die Anreise mit der Deutschen Bahn, haben wir es in Hildesheim leider nicht geschafft, die dortige AH aufzusuchen, was wir sehr schade fanden. So sind wir gleich zum zweiten Teil unseres Programms übergangen und haben Barbara Benthin besucht, die einen Lehrauftrag an der FH Hildesheim hat und mit Studenten zu HIV- und Aidsspezifischen Themen arbeitet. Bei einem leckeren italienischen Essen in ihrem Garten hatten wir die Gelegenheit ihr Präventionsprojekt für Schulen, welches mit Sozialpädagogikstudenten der FH Hildesheim durchgeführt wird, näher kennen zulernen. Auf die Theorie folgt die Praxis und so haben wir Frau Benthin und einige ihrer Studenten am nächsten Morgen zur einer Präventionsveranstaltung mit einer 6.Klasse im Gymnasium Sarstedt begleitet. Vom Glücksrad, Textchen über Freundschaft und Liebe, lustigen Kostümen, über den Grabbelsack, bis zu Erklärungen zum Zyklus der Frau, verpackt in spielerische Aufgaben (z.B. Tabu), war alles dabei. Von den Schülern, die Veranstaltung wurde an zwei Tagen, einmal für die Jungen und einmal für die Mädchen, durchgeführt, ist die Veranstaltung sehr gut aufgenommen worden.

Marianne Bruchmann und Romy Eißner

Köln

Klaus Kwaschnik, verantwortlich für Jugendprävention in der AIDS Hilfe Köln, begeisterte uns vor allem mit seinem Filmprojekt „JuPo“- Jung und Positiv. Einmal pro Woche treffen sich Jugendliche mit unterschiedlichen sexuellen Neigungen, und ungeachtet dessen ob sie HIV- positiv sind oder nicht. Gemeinsam erarbeiten rund vierzig Teenager innerhalb eines Jahres einen Kurzfilm, der sich auf originelle und kreative Art und Weise mit AIDS auseinandersetzt. Eine besondere Ehre wird den Machern zuteil, wenn der drei- bis fünfminütige Trailer in der U- Bahn ausgestrahlt wird. Witzig ist auch die Idee der Kölner mit Hilfe einer Popcornmaschine mehr Aufmerksamkeit für diese Problematik zu gewinnen. Unter dem Motto „Poppen gegen AIDS“ werden Passanten auf zuckersüße Weise an die Gegenwärtigkeit von HIV erinnert.

Sylvana Zöllner und Maria Faust

Münster

Bei unserer Ankunft wurden wir von Ralf Bolhaar aus der AH Münster in Empfang genommen und gleich fachkundig durch die Münsteraner Altstadt geführt.
Am nächsten Morgen nahmen wir am Regenbogenbrunch teil, der in der AH Münster regelmäßig durchgeführt wird und Betroffenen sowie Freunden ein lecker Frühstück und einen zwanglosen Austausch in geselliger Runde bietet. Im Gegensatz zu "unserer" AH in Leipzig beschäftigt die AH Münster mehr als 3 hauptamtliche Mitarbeiter, was ein größeres Spektrum an Aktivitäten ermöglicht als wir das aus Leipzig kannten. Anders als die AH Leipzig besitzt die AH Münster einen eigenen Laden im Erdgeschoss des Hauses, in dem bestimmte Artikel wie Teddys, Penisvasen, Fahnen, Sticker und Buttons durch eine kleine Spende erhalten werden können.

Marianne Bruchmann und Romy Eißner

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